Über die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz

Am Südhang des Bernsteiner- und Günsergebirges mit einer herrlichen Landschaft liegt die Großgemeinde Weiden bei Rechnitz. Die elf Ortschaften der Gemeinde befinden sich großteils im Landschaftsschutzgebiet. Die Gemeinde ist mit ihren intensiv bewirtschafteten und gepflegten Wiesen und Äckern ein ideales Erholungsgebiet.

Das hügelige Gelände mit seinen Äckern und Wiesen wird von großen Waldflächen bedeckt und ist ein ideales Gebiet für Erholung suchende Gäste wie Heimische. Zahlreiche Wander- und Radfahrmöglichkeiten laden zu Ausfügen in unserer Umgebung ein. Für eine gemütliche Rast und Stärkung sorgen unsere Dorfgasthäuser und Wein- und Mostschenken. Im Ortsteil Weiden bei Rechnitz, unweit der Kirche, befindet sich ein botanischer Garten mit Heilpflanzen, die in der Homöopathie, Bachblüten- und Aromatherapie verwendet werden. Kinderspiel- und Sportplätze bieten zahlreiche Freizeitmöglichkeiten.

Geschichte und Entwicklung

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts drangen die Türken auf die Balkanhalbinsel vor. Nach der Niederlage der Kroaten auf dem Krbavafeld im Jahr 1493 begannen die Türken ihre gefürchteten Raub- und Plünderungszüge nach Kroatien und Slawonien, wodurch die kroatische Auswanderung nach Westungarn und Niederösterreich ausgelöst wurde. Aus Mangel an Arbeitskräften zur Bewirtschaftung ihrer Güter förderten die dort ansässigen Grundherrn die Ansiedlung der Kroaten. Neben den Bauern strebten auch kroatische Wanderhirten (deutsch: „Walachen“, kroatisch: „Vlahi“) nach Norden. Deren Ansiedlung in unserem Raum begann um 1540, teils unter der Herrschaft Rechnitz-Schlaining (Mönchmeierhof, Rauhriegel, Allersdorf, Allersgraben, Podler, Althodis), teils unter der Herrschaft Rotenturm (Rumpersdorf, Podgoria, Unterpodgoria, Weiden, Parapatitschberg, Stefanshof, Spitzzicken).

Die Walachen lebten vom spärlichen Ackerbau auf wenig fruchtbaren Feldern und Viehzucht, wobei vor allem Schafe und Ziegen gehalten wurden. Bei den Grundherren nahmen sie eine besondere Stellung ein; ihnen wurden die sogenannten „Walachischen Freiheiten“ gewährt, d.h. weitgehende Befreiung von Abgaben an die Grundherrschaft und vom Robotdienst. Immer wieder erschienen die Walachen vor ihrer Grundherrschaft, um sich ihre Sonderrechte erneut bestätigen zu lassen (1549, 1614, 1664 und 1713). Neben den ihnen gewährten Privilegien wurden ihnen aber auch Pflichten wie Wachdienst, Polizeidienst sowie Mithilfe bei Ausbesserungsarbeiten auf den Herrschaftssitzen und in den herrschaftlichen Schäfereien auferlegt. Noch heute stellen die Kroaten („Vlahi“) den Großteil der Bevölkerung, die sich vorwiegend der kroatischen Umgangssprache bedient.

Wappenbeschreibung

In Gold aus grünem (gelbgrün) Schildfuß wachsend eine grüne Weide mit elf grün beblätterten Ästen und acht goldenen Wurzeln; in den Oberecken befinden sich zwei einwärts gekehrte Pflugscharen. 

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